07.12.12 08:52 Alter der Meldung: 8 Jahre

Zweite Anbindung ans 380-kV-Netz fürs Burgenland

Von: Mag. Gerhard Altmann

Umspannwerk Zurndorf: Neue Transformatoren ermöglichen zusätzliche Einspeisung von 600 MW

Zweite Anbindung ans 380-kV-Netz fürs Burgenland

Am 5. und 6.12.2012 wurden im Umspannwerk Zurndorf gemeinsam von Austrian Power Grid AG (APG) und Netz Burgenland zwei neue 380-kV-Regelhauptumspanner erfolgreich in Betrieb genommen. Das Burgenland verfügt damit neben dem Umspannwerk Südburgenland/Rotenturm über eine zweite Anschlussstelle an das europäische 380-kV-Höchstspannungsnetz.

Das Umspannwerk wurde errichtet, um die derzeit in Bau befindlichen Windkraftanlagen sicher in das Stromnetz integrieren zu können. Die netztechnischen Planungs- und Projektierungsarbeiten dazu wurden von Netz Burgenland und APG bereits vor über 10 Jahren begonnen! Mit den beiden Großtransformatoren können nunmehr zusätzlich 600 MW Windenergie ans Netz gehen.

Derzeit erzeugen im Burgenland 259 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von rd. 540 MW wertvollen Ökostrom, und wöchentlich kommen neue Windräder dazu. Vergangene Woche konnte sich Energie Burgenland - Vorreiter bei der Windstrom-Erzeugung in Österreich - über einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zum stromautarken Burgenland freuen: Es wurde im Windpark Mönchhof-Halbturn das letzte Rotorblatt hochgezogen und montiert. Somit stehen alle 17 Windkraftanlagen der Energie Burgenland Windkraft und können noch vor Weihnachten den Betrieb aufnehmen.

Bereits Mitte 2013 wird somit das Ziel, den jährlichen Strombedarf zu 100% aus erneuerbaren Quellen abdecken zu können, erreicht! Das Burgenland ist damit internationale Vorreiterregion. „Energie Burgenland ist über ihr Tochterunternehmen Energie Burgenland Windkraft Österreichs größter Windstromproduzent. Bisher haben wir rund 300 Mio. € in den Ausbau der Windenergie investiert, jetzt nehmen wir noch einmal rund 450 Mio. € in die Hand und verdoppeln so unsere Kapazitäten“, erklärt Vorstandssprecher Michael Gerbavsits.

„Das Umspannwerk Zurndorf ist der zentrale Einspeisepunkt für die burgenländische Windkraft“, sagt Peter Sinowatz, Geschäftsführer Netz Burgenland. „Gemeinsam mit der APG realisieren wir hier einen wichtigen Einspeisepunkt, der das große Windkraftpotenzial der Region für ganz Österreich nutzbar macht. Alleine am Standort Zurndorf investieren wir über 51 Mio. Euro.“

„Gerade für die Integration von Windkraft in Österreich ist der 380-kV-Sicherheitsring – das Kernstück des APG-Netzkonzepts – von entscheidender Bedeutung“, sagt APG-Vorstandssprecher Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa. „Denn dieser Sicherheitsring wird es uns ermöglichen, die erneuerbare Energie, die in windstarken Phasen im Osten Österreichs produziert, aber in der Region nicht verbraucht wird, zu den Pumpspeicherkraftwerken – den grünen Batterien in den Alpen – zu transportieren. Von der Realisierung dieses Sicherheitsrings hängt es also ab, ob Österreich in der Lage sein wird, sein Potenzial an Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auch wirklich ans Netz zu bringen.“

Im ersten Halbjahr 2014 soll dann noch ein dritter Regelhauptumspanner in Betrieb gehen. Damit wird der von Netz Burgenland und APG gemeinsam durchgeführte Ausbau des UW Zurndorf abgeschlossen und technisch eine Ökostromeinspeisung von bis zu 900 MW möglich sein. Wenn alles planmäßig läuft, wird im Burgenland bis 2015 eine Leistung aus Ökostromanlagen von bis zu 1.300 MW eingespeist werden. Dies entspricht - wenn der Wind bläst - der beachtlichen Leistung von rd. sieben Donaukraftwerken der Größe Freudenau. Sinowatz: „Das Netzinvestment für den Ökostromausbau liegt bei rd. 85 Mio. €. Damit haben wir die größte Herausforderung seit der Elektrifizierung des Burgenlands erfolgreich gemeistert!“