01.07.13 07:15 Alter der Meldung: 7 Jahre

Umspannwerk Andau offiziell eröffnet

Von: Mag. Gerhard Altmann

Einspeiseknoten für größten Windpark Mitteleuropas nimmt im Juli Vollbetrieb auf

Umspannwerk Andau offiziell eröffnet

„Wir sind bei Ökostrom die Nummer Eins in Österreich und bauen diese Position noch aus“, so Energie Burgenland Vorstandssprecher Michael Gerbavsits bei der offiziellen Eröffnung des Umspannwerkes in Andau. Damit bleibt das Burgenland eine Vorzeigeregion in Sachen Ökologie und ein Musterbeispiel für eine nachhaltige Energiepolitik. Gerbavsits: „Windräder sind schnell errichtet – die Planung der Einspeisung nimmt viel mehr Zeit in Anspruch. Da wir schon vor mehr als einem Jahrzehnt begonnen haben, ein Ausbaukonzept für unser Netz zu erarbeiten, können alle neu errichteten Windräder auch sofort in unser Netz einspeisen.“

Der rasante Ausbau der Windkraft im Burgenland bedingt eine Reihe von Ausbaumaßnahmen im heimischen Stromnetz. Zusätzlich zu laufenden Aufwendungen für die Instandhaltung wird Netz Burgenland, ein Tochterunternehmen der Energie Burgenland, bis 2015 rund 90 Mio. Euro in die Netzinfrastruktur investieren. Die geplanten Investitionen stellen sicher, dass zusätzlicher Ökostrom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen ins Stromnetz eingespeist werden kann und gleichzeitig die hohe Versorgungssicherheit im Land auch künftig gesichert bleibt. Bestehende Umspannwerke wurden ausgebaut und neue errichtet.

Größter Windpark Mitteleuropas

Nachdem in den Gemeinden Halbturn und Andau der größte Windpark Mitteleuropas entsteht, waren Ausbauten im Netzbereich unumgänglich. Nach dem Spatenstich für das neue Umspannwerk in Andau im Mai 2012 standen im Juli bereits die Fundamente, die Inbetriebnahme der ersten Ausbaustufe erfolgte am 19. März 2013. Damit können mit heutigem Tag bereits 23 Windräder der in Bau befindlichen Windparks in Halbturn und Andau termingerecht Ökostrom ins burgenländische Stromnetz einspeisen. Bis Mitte 2014 wird sich die Zahl auf 79 Windkraftanlagen erhöhen, welche künftig den Jahresstrombedarf von rd. 100.000 Haushalten abdecken werden. 

Der Bau des Umspannwerks kostet 11,3 Mio. Euro, im Juli 2013 wird es planmäßig den Vollbetrieb aufnehmen. „Das Umspannwerk Andau ist eines der leistungsstärksten Umspannwerke des Burgenlandes nach Zurndorf, Rotenturm und Neusiedl am See“, erklärt Peter Sinowatz, Geschäftsführer Netz Burgenland. So werde es gemeinsam mit dem Umspannwerk Zurndorf das Herzstück für das sehr ambitionierte Ziel, das Burgenland durch erneuerbare Energie rechnerisch „stromautark“ zu machen. Im Endausbau wird die installierte Trafoleistung des Umspannwerkes in Andau 320 MW betragen, das entspricht der Spitzenlast im Burgenland oder der Leistung von zwei Donau-Kraftwerken.

Hohe Versorgungsqualität halten

Das  Burgenland  verfügt  über  eine  der verlässlichsten Stromversorgungen Österreichs.   Um   diese  hohe  Versorgungsqualität  auch  in  Zukunft gewährleisten zu können,   sind   bedeutende  Investitionen  nötig.  Netz  Burgenland investiert  jährlich  rd. 31 Mio. Euro in die Erneuerung und Instandhaltung des  burgenländischen  Stromnetzes.  Energie  Burgenland  Vorstandsdirektor Alois  Ecker: „Eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Energie, gute Energieberatung und energienahe Dienstleistungen haben uns nach der Verschmelzung der beiden burgenländischen Traditionsunternehmen BEWAG und BEGAS zur heutigen Energie Burgenland AG und zum umfassenden Energiedienstleister gemacht. Damit unterscheiden wir uns maßgeblich von unseren Mitbewerbern, die hervorragende Kundentreue gibt uns dabei recht.“

Eine  aktuelle  Studie  zeigt, dass die Kunden der Energie Burgenland nicht nur großen Wert auf die Herkunft ihres Energieanbieters und die der Energie legen, sondern auch auf den Grad der Versorgungssicherheit und die Qualität der erbrachten energienahen Dienstleistungen und Services. Ecker:  „In  dieser  Umfrage  wurden die Burgenländerinnen und Burgenländer nach  den  Stärken unseres Unternehmens befragt. Bestens bewertet wurden dabei die Zuverlässigkeit der Energieversorgung, die Kompetenz der Mitarbeiter und die Qualität der Services. Wir haben Verantwortung für das Land, daher steht natürlich auch die ökologische Energieerzeugung bei uns an oberster Stelle!“

Wirtschaft profitiert

„Energie Burgenland hat bisher 300 Mio. € in die Windenergie investiert und nimmt jetzt noch einmal 450 Mio. € in die Hand. Ins Netz fließen außerdem weitere 90 Mio. €“, so ÖVP-Klubobmann Rudolf Strommer. „Davon profitiert natürlich auch die heimische Wirtschaft, das schafft Arbeitsplätze.“

Eine Studie, die das Unternehmen im Vorjahr in Auftrag gegeben hat, bewies folgendes: Energie Burgenland ist einer der größten Arbeitgeber im Burgenland und damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Zusätzlich zu den rund 850 direkten Arbeitsplätzen sind durch das Unternehmen viele weitere Arbeitsplätze in Partnerbetrieben und Zulieferunternehmen abgesichert. Strommer: „Das Unternehmen Energie Burgenland ist ein wichtiger Konjunkturmotor und löst eine immense Wertschöpfung im Land aus. Und der Motor ist ein sauberer – nämlich die Windkraft.“

Stromautarkie wird Realität

„Das Burgenland wird heuer rechnerisch stromautark durch Erneuerbare Energie“, freut sich Landeshauptmann Hans Niessl. Das bedeutet, dass der gesamte Strombedarf des Jahres 2013 des Landes rein durch Windkraft, Biomasse und Photovoltaik abgedeckt wird. Niessl: „Dieser innovative Weg, der vor 15 Jahren eingeschlagen wurde, ist herausragend und europaweit einzigartig.“ Der für den Spätsommer prognostizierte Wechsel in die Stromautarkie rückt rasant näher – bereits im Frühjahr konnten einige Spitzen erreicht werden. Im Monat März konnten exakt 112,6 % und im Mai 116,7% des heimischen Strombedarfes erzeugt werden. Niessl: „Das zeigt, dass unser Weg der richtige war und ist. Unser innovatives Konzept geht völlig auf und bringt eine massive Wertschöpfung mit sich. Auch dieses Umspannwerk bildet einen Mosaikstein in unserer zukunftsorientierten Strategie!“

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