18.09.12 00:00 Alter der Meldung: 8 Jahre

Neue Technik für das Umspannwerk Zurndorf

Von: Mag. Gerhard Altmann

300 Tonnen schwerer 380-kV-Trafo wird angeliefert.

Neue Technik für das Umspannwerk Zurndorf

Austrian Power Grid AG (APG) und BEWAG NETZ investieren bis 2015 rund 320 Mio. Euro, um im Burgenland 1.000 MW Windkraftleistung ans heimische Netz zu bringen. Ein ganz wesentlicher Windeinspeisepunkt wird mit dem Umspannwerk Zurndorf gerade errichtet. Heute wurde ein erster 300 Tonnen schwerer 380-kV-Transformator angeliefert.

Windeinspeisung als Herausforderung für Netzbetreiber
Bis 2015 werden im Burgenland rund 1000 MW an Windkraft installiert sein, dies entspricht der Leistung von fünf Donaukraftwerken. „Das bedeutet natürlich für die Netze eine enorme Herausforderung“, weiß Sinowatz. Doch man könne auf viel Erfahrung in diesem Bereich zurückgreifen. Nachdem man vor eineinhalb Jahrzehnten den ersten Windpark Österreichs im Burgenland errichtet hat, war man gemeinsam mit der APG, der TU Wien und der TU Graz auch Vorreiter bei der Erarbeitung von Netzkonzepten für die Einspeisung von Windenergie. Diese Konzepte bildeten die Basis, um die im Zuge der ersten burgenländischen Windinitiative errichteten Windparks ans Netz anzubinden. Und auch für den aktuellen Ausbau bilden diese Konzepte die Grundlage.

Umspannwerk Zurndorf zentraler Einspeisepunkt für Wind aus dem Burgenland
„Das Umspannwerk Zurndorf wird der zentrale Einspeisepunkt für die burgenländische Windkraft werden“, sagt Sinowatz. „Gemeinsam mit der APG realisieren wir hier einen wichtigen Einspeisepunkt, der das große Windkraftpotenzial der Region für ganz Österreich nutzbar macht. Alleine am Standort Zurndorf investieren wir über 51 Mio. Euro.“
Das Burgenland ist besonders windbegünstigt, was eine Vielzahl an weiteren neuen Windpark-Standorten hervorbringen wird. „Die Änderung des Ökostromgesetzes 2012 wird den Ausbau der Windenergie noch weiter fördern“, ist sich Vorstandssprecher Gerbavsits sicher. „Alleine in den kommenden zwei Jahren soll sich die im Burgenland installierte Windkraftleistung verdoppeln. In Andau sind etwa gerade 79 Windanlagen im Bau, deren Gesamtleistung 237 MW betragen wird. Damit entsteht im Burgenland der drittgrößte Windpark Europas.“
Der Netzentwicklungsplan des Burgenlands ist ein Vorzeigebeispiel für langfristig sinnvolle und nachhaltige Infrastrukturentwicklung. „Was in vielen Regionen Europas große Probleme bereitet, ist in Sachen Windkraftausbau im Burgenland sehr gut gelungen“, so Gerbavsits weiter. „Wir haben gemeinsam mit unserem Partner APG bereits im Winter 2008/2009 die Planungen in den Bereichen Erzeugung und Netzinfrastruktur synchronisiert und können dadurch gewährleisten, dass die bei uns neu entstehenden Windparks ohne Zeitverzögerung ans Netz gehen werden.“

380-kV-Sicherheitsring als Grundlage für die Einbindung erneuerbarer Energien
Die APG investiert österreichweit bis 2020 rund 2,5 Milliarden Euro in die Verstärkung ihres Netzes. Diese Investitionen sind in erster Linie notwendig, um die Energiewende in Richtung erneuerbarer Energien zu ermöglichen. „Kernstück des APG-Netzkonzepts und damit eine wesentliche Grundlage zur Integration erneuerbarer Energie in Österreich ist der 380-kV-Sicherheitsring, den wir demnächst mit dem Bau der Salzburgleitung im Westen schließen wollen“, sagt APG-Vorstandssprecher Dipl.-Ing. Dr. Heinz Kaupa. „Dieser Sicherheitsring wird es uns ermöglichen, die erneuerbare Energie, die in windstarken Phasen im Osten Österreichs produziert, aber in der Region nicht verbraucht wird, zu den Pumpspeicherkraftwerken – den grünen Batterien in den Alpen – zu transportieren. Von der Realisierung dieses Sicherheitsrings hängt es also ab, ob Österreich in der Lage sein wird, sein Potenzial an Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auch wirklich ans Netz zu bringen.“