13.06.18 12:00 Alter der Meldung: 6 Tage

Gemeinden werden "smart"

Von: Hannelore Halwax

Netz Burgenland hat rund 75.000 intelligente Zähler, sogenannte „Smart Meter“, installiert und in Betrieb. Die Informationskampagne zum Zählertausch erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Man setzt auf Kommunikation und Information, die Verbände erwarten sich mehr Effizienz und Ökologie sowie weniger Kosten.

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v.l.: Johann Wachtler, Geschäftsführer Netz Burgenland, Bürgermeister Erich Trummer, Präsident Gemeindevertreterverband Burgenland, Bürgermeister Leo Radakovits, Präsident des Burgenländischen Gemeindebundes, Peter Sinowatz, Geschäftsführer Netz Burgenland

Rund 75.000 von 200.000 Zählern sind im Burgenland bereits getauscht. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Messgeräte in unserem Bundesland bereits modernisiert wurde. Das Burgenland ist damit ein Vorreiter in Österreich. Das Gesetz schreibt vor, dass 95% der österreichischen Stromzähler bis 2022 „smart“ sein müssen, im Burgenland wird man diesen Prozentsatz bereits 2020 erreichen. Der neue Zähler wird am Platz des alten installiert und das im Normalfall innerhalb von 15 bis 30 Minuten. Durch den Tausch fallen weder Staub noch Verschmutzungen an, ein Umbau des Zählerkastens ist nicht nötig. Für den Einbau der Smart Meter wird nichts verrechnet.

Enge Kooperation
Einige Wochen vor dem geplanten Zählertausch erhalten alle Kunden ein allgemeines Schreiben, zwei Wochen vor der Montage wird der genaue Termin schriftlich bekannt gegeben. Ab dem ersten Brief ist mit Anfragen bei den Gemeindeämtern zu rechnen. Netz Burgenland kooperiert bei der Information der Kunden eng mit den Gemeinden und informiert Bürgermeister im Vorfeld persönlich. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, rechtzeitig Input zu möglichen Fragen zu geben“, erklärt Peter Sinowatz, Geschäftsführer Netz Burgenland. „Wir sehen das auch als Geste der Wertschätzung gegenüber Bürgermeistern und Amtmännern“, so sein Kollege Johann Wachtler.

Mehrere Informationskanäle
Neben der Website der Netz Burgenland (www.netzburgenland.at) und dem Kundentelefon (0800/888 9001) sind Gemeinde¬zeitungen und -informationen weitere Kommunikations-Kanäle, die in Anspruch genommen werden. Bei Bedarf werden auch Info-Nachmittage als Service am Kunden angeboten. Die burgenländischen Ortschefs begrüßen die neue Technologie und erwarten sich davon Vorteile und Kosteneinsparungen für die Gemeinden und ihre Bewohner. Bürgermeister Erich Trummer, Präsident Gemeindevertreterverband Burgenland (GVV Burgenland): „Wir sehen hier viele Vorteile. Von der intelligenten Technik werden sowohl die Gemeinden als auch die Bürger und schlussendlich auch die Umwelt profitieren. Wer zeitnah Informationen über den Stromverbrauch hat, kann rasch reagieren und wenn einmal ein gesteigertes Energie-Bewusstsein vorhanden ist, wird man eher Chancen zur Optimierung suchen. Die Smart Meter mit den detaillierten Informationen im Web-Portal sind eine Basis dafür. Ich habe als Bürgermeister von Neutal mit Innovationen gute Erfahrungen gemacht – so haben wir etwa als Pilot-Gemeinde eine LED-Straßenbeleuchtung in Zusammenarbeit mit der Energie Burgenland Gruppe installiert und damit eine wichtige Effizienz-Maßnahme gesetzt.“

Eckpfeiler der Energiewende
Der Smart Meter ist ein Eckpfeiler der Energiewende und unverzichtbarer Beitrag zum Klimaschutz. Die modernen Geräte weisen selbst einen niedrigeren Strombedarf als die alten Ferraris Zähler auf und helfen, Stromfressern rasch auf die Spur zu kommen. Sie vereinfachen die Anbindung von Photovoltaikanlagen, Stromspeichern und Ladestationen für Elektroautos ans Stromnetz und fördern somit die Nutzung erneuerbarer Energien. Bürgermeister Leo Radakovits, Präsident des Burgenländischen Gemeindebundes, streicht die ökologische Bedeutung der intelligenten Stromzähler hervor: „Den sauberen Windstrom, der im Norden unseres Landes erzeugt wird, müssen wir noch mehr ausnützen. Das Ziel ist es, überschüssigen Öko-Strom möglichst sinnvoll zu verbrauchen. Wenn nicht nur Zähler, sondern auch Netze und Häuser ,smart‘ – also intelligent – sind, wird der Verbrauch steuerbar und dann wird unser Windstrom optimal genutzt. Nachdem es neue Tarife geben wird, die Energie bei Stromüberschuss günstiger machen, profitiert der einzelne Kunde davon. Deswegen begrüße ich als Bürgermeister und Präsident der Gemeindebundes die Digitalisierung und Modernisierung des Stromnetzes.“

Einfacher Einbau
„Der Umbau verläuft problemlos und die Kunden stehen der neuen Technologie grundsätzlich positiv gegenüber“, erklärt Sinowatz. Die neuen Zähler bringen den Kunden viele Vorteile. Mit Smart Metern kann der Stromverbrauch kontrolliert und das Nutzverhalten optimiert werden. Die jährliche Vor-Ort-Zählerablesung wird überflüssig, da der aktuelle Zählerstand automatisch übertragen wird. Ist ein Umzug geplant, wird für die Rechnung der stichtaggenaue Verbrauch heran gezogen.
Aktuelle Infos zu Smart Metern und dem Rollout-Status findet man unter www.netzburgenland.at.