14.11.16 10:44 Alter der Meldung: 2 Jahre

Erfreuliche Einigung zwischen Netz Burgenland und Parndorf

Von: Hannelore Halwax

Die Infrastruktur-Tochter der Energie Burgenland und die Wind-Gemeinde einigen sich bei 110-kV-Leitung. Teile der Leitung werden verkabelt.

Foto: v.l. Netz Burgenland-Geschäftsführer Johann Wachtler und Peter Sinowatz

Das geplante 110-kV-Teilstück im Bereich Parndorf ist für den Abtransport der in dieser Region erzeugten Erneuerbaren Energie notwendig. In der Vergangenheit wurden alle Leitungsprojekte einvernehmlich realisiert, das heißt man suchte immer eine Kompromissvariante, mit der alle Beteiligten leben konnten. In nur fünf Jahren wurden im Nordburgenland ca. 100 km 110-kV-Hochspannungsleitungen von Netz Burgenland errichtet.

Dialog von Anfang an
Von Anfang an setzte Netz Burgenland auch in Parndorf auf Dialog. Es gab intensive Gespräche mit Gemeindevertretern, Behörden und einer lokalen Bürgerinitiative. Darüber hinaus gab Netz Burgenland bereits am Anfang der Vorplanungen eine Vogelstudie in Auftrag, um die daraus resultierenden Auflagen und Empfehlungen in den Detailplanungen berücksichtigen zu können. Mit allen betroffenen Grundeigentümern wurden persönliche Gespräche vor Ort geführt und zwischenzeitlich Dienstbarkeitsverträge abgeschlossen. „Eine Realisierung geplanter und bereits genehmigter Windkraftprojekte in Parndorf und den Nachbargemeinden kann jedenfalls nur dann erfolgen, wenn die noch offene Lücke im 110-kV-Netz in diesem Bereich zeitnah geschlossen werden kann“, betonen die beiden Netz Burgenland-Geschäftsführer Peter Sinowatz und Johann Wachtler.

Projektänderungen
Im Rahmen mehrerer Projektänderungen wurde der Verkabelungsanteil von 56,7% (Ursprungsvariante) auf knapp zwei Drittel (65%) in der jetzigen Variante erhöht. Damit konnte über die Trassenführung und den Verkabelungsanteil Einvernehmen mit der Gemeinde hergestellt werden. „Wir haben eine Lösung gefunden, die ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist und mit der alle leben können“, freut sich Sinowatz. Die entsprechenden Bescheide sind rechtskräftig. Mit den Arbeiten wird so rasch wie möglich begonnen.

Netz Burgenland Strom betreibt ein 110-kV-Hochspannungsnetz mit einer Länge von rund 715 km. Dieses ist in den Umspannwerken Rotenturm und Zurndorf mit dem 380-kV-Netz und im Umspannwerk Neusiedl am See mit dem 220- kV-Übertragungsnetz der Austrian Power Grid (APG) zusammen geschlossen. In diesen Übergabestellen erfolgt der Leistungsausgleich mit dem österreichischen Höchstspannungsnetz. Die 18 Umspannwerke Burgenlands und in weiterer Folge die 20-kV-Mittelspannungs-Verteilnetze werden aus dem 110-kV-Netz versorgt.
Das burgenländische Stromnetz wird rund um die Uhr von der Netzleitstelle in Eisenstadt überwacht bzw. gesteuert und zählt trotz der weit verzweigten ländlichen Versorgungsstruktur zu einem der zuverlässigsten Netze europaweit (Versorgungszuverlässigkeit von über 99,99%).
Nur durch ständige Instandhaltung, bedarfsgerechten Ausbau und Modernisierung kann die Versorgungsqualität derartig hoch bleiben. Vor allem die Einspeisung der großen Mengen an Windstrom, die im Land erzeugt werden, erwies sich in den letzten Jahren als große Herausforderung. Rund 100 Mio. € wurden investiert, um die Kapazitäten des heimischen Netzes entsprechend zu erhöhen.