02.05.17 13:48 Alter der Meldung: 24 Tage

Sicherheit ist Pflicht

Von: Hannelore Halwax

Laut Gesetz muss die gesamte Erdgasanlage eines Hauses oder einer Wohnung alle 12 Jahre überprüft werden.

Sicherheitstechnische Prüfung nach dem Burgenländischen Gassicherheitsgesetz.

v.l.n.r.: Stefan Hofer, Innungsmeister, Johann Wachtler, Geschäftsführer Netz Burgenland, Astrid Eisenkopf, Landesrätin, Peter Sinowatz, Geschäftsführer Netz Burgenland

Land, Wirtschaftskammer und Netz Burgenland starten eine Info-Offensive. Das Ziel: Mehr Bewusstsein und mehr Sicherheit.

Erdgas spielt im Burgenland eine bedeutende Rolle. Es bildet das Rückgrat des Wirtschaftsstandortes und dient als Brücke auf dem Weg zu einem Energiesystem, das von Erneuerbaren getragen wird. Welche Bedeutung es hat, zeigen die Zahlen: Durch das heimische Erdgas-Netz fließt jährlich mehr Energie (2.321 GWh im Jahr 2016) als durch das Stromnetz (2016: 1.802 GWh). Dass Erdgas sicher und zuverlässig vor Ort ankommt, dafür sorgt Netz Burgenland. Als Netzbetreiber ist das Unternehmen gesetzlich verpflichtet, die Erdgasleitungsanlagen sicher, zuverlässig und leistungsfähig zu betreiben, zu erhalten und auszubauen. Peter Sinowatz, Geschäftsführer Netz Burgenland: „Erdgas stellt eine sehr verlässliche Energiequelle dar. Denn es ist garantiert, dass man es zum gewünschten Zeitpunkt in ausreichender Menge beziehen kann. Wie beim Strom können wir im Burgenland auch bei Erdgas auf eine sehr hohe Versorgungsqualität verweisen.“

Erdgasnetz: Erneuerungsprogramm läuft
Das burgenländische Gasnetz bildet mit 2.600 km Länge und rund 55.000 Anschlüssen eine wertvolle Infrastruktur. „Den zuverlässigen Betrieb und die ständige Verbesserung unserer Erdgasversorgungsnetze sehen wir als unsere Hauptaufgabe“, so Johann Wachtler, Geschäftsführer Netz Burgenland. Im aktuellen Geschäftsjahr 2016/17 fließen 13 Mio. Euro ins heimische Gasnetz, über sechs Millionen Euro davon in ein umfangreiches Sanierungsprogramm, das Netz Burgenland 2015 gestartet hat. Das Projekt ist auf 15 bis 20 Jahre ausgerichtet: Konkret werden dabei jährlich über 20 km Gasrohrleitungen aus PVC durch Leitungen aus dem Werkstoff Polyethylen ersetzt. So wird das burgenländische Erdgasnetz zukunftsfit gemacht. Für heuer sind Sanierungen in den Bezirken Eisenstadt, Neusiedl, Mattersburg und Oberwart geplant. Das aktuelle Sanierungsprogramm sowie Informationen zum Erdgassicherheits-Check findet man auf der Website unter www.netzburgenland.at.

Regelmäßige Wartung im Haus
„Aber nicht nur das heimische Erdgasnetz braucht regelmäßige Wartungen, sondern auch das Erdgas-Heizgerät sowie die gesamte Erdgasanlage müssen in vorgeschriebenen Abständen überprüft werden“, erklärt LR Astrid Eisenkopf, in deren Ressort rechtliche und fachliche Angelegenheiten des Heizungswesens, der Luftreinhaltung und des Immissionsschutzes fallen. Eisenkopf: „Denn was für das Auto gilt, trifft auch auf die Erdgasanlage zu: Um den einwandfreien, sauberen und sicheren Betrieb weiterhin aufrecht zu erhalten, sollte der Motor – das Erdgasheizgerät – regelmäßig gewartet werden. Um das gesamte Auto, also in diesem Falle die gesamte Erdgasanlage, mit ihren Verbindungsleitungen zu überprüfen, hat der Anlagenbetreiber den Erdgassicherheits-Check seiner Gasanlage alle 12 Jahre nachzuweisen. Das regelt das Burgenländische Gassicherheitsgesetz 2008.“
Netz Burgenland informiert Inhaber der betroffenen Anlagen mit einem Schreiben über deren gesetzliche Verpflichtungen und die Fälligkeit der Sicherheitsüberprüfung. Eine Liste der konzessionierten Unternehmen liegt dem Schreiben bei. „Es geht um die Sicherheit unserer Kunden, die uns sehr am Herzen liegt“, so Sinowatz. „Wir wollen, dass jeder diesen Check fristgerecht erledigen lässt.”

Prüfung der gesamten Anlage
Stefan Hofer, Innungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker: „Dieser Erdgassicherheits-Check dauert – abhängig vom installierten Erdgasgerät – etwa ein bis zwei Stunden und umfasst die gesamte Erdgasanlage, von der Erdgas-Hauptabsperreinrichtung bis einschließlich Abgasabführung. Geprüft wird vor allem die Festigkeit und Dichtheit der gesamten Gasleitungsanlage sowie die richtige Einstellung und einwandfreie Funktion der Gasgeräte inklusive aller Sicherheits- und Regeleinrichtungen. Die Prüfung wird in einem Prüfprotokoll dokumentiert.“
Werden Mängel festgestellt, weist man die Kunden darauf hin. Zur Behebung sind konzessionierte Gas-Wasserinstallationsbetriebe berechtigt. Die Serviceprotokolle von Gasgeräten, Kaminbefunden und Abgasmessungen nach dem Luftreinhaltegesetz gelten nicht als „sicherheitstechnische Überprüfung nach dem Burgenländischen Gassicherheitsgesetz“ Für die Ausstellung eines derartigen Prüfbefundes sind befugt: Gewerbetreibende (Installationsunternehmen), die nach den gewerberechtlichen Vorschriften zur Ausführung von Gasrohrleitungen und deren technischen Einrichtungen sowie zum Anschluss von Gasgeräten aller Art an solche Leitungen berechtigt sind. Ziviltechnikerinnen und Ziviltechniker sowie akkreditierte Stellen im Rahmen ihrer Befugnisse, eine entsprechende Liste ist auf der Webseite der Wirtschaftskammer Burgenland veröffentlicht.